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ALTERNATIVE MEDIZIN | REHABILITATION | PFLEGE & BETREUUNG
 
Osteoporose
Alarmstufe für die Knochen
Deutschen Knochen geht es im wahrsten Sinne an die Substanz. Wie Hochrechnungen aus den Zahlen des Frakturregisters zeigen, werden Millionen Osteoporose-Patienten noch immer nicht angemessen therapiert. Entsprechend leiden Betroffene unter den schmerzhaften, teils lebensgefährlichen Folgeschäden der auch als Knochenschwund bekannten Volkskrankheit.

"Was Diagnose und Therapie einer Osteoporose anbetrifft, sind wir auf dem Stand eines Entwicklungslandes", ziehen Experten das alarmierende Resümee der chronischen medizinischen Unterversorgung.

Meist wird die Erkrankung erst erkannt, wenn Knochenbrüche und qualvolle Schmerzen den Alltag der über fünf Millionen Osteoporose-Patienten bereits unerträglich machen (Infos unter www.initiativegegenknochenschwund.de oder kostenlos unter Tel.: 0800-177 11 07). Und selbst wenn Knochen schon gebrochen sind, lässt die Diagnostik oft zu wünschen übrig. Wie das Frakturregister belegt, wurde bei 97 Prozent der Patienten, die mit einer Hüftfraktur in eine Klinik eingeliefert wurden, keine Knochendichtemessung angeordnet. Dabei gelten hüftgelenksnahe Brüche, die nach dem 75. Lebensjahr immer häufiger auftreten und eine hohe Sterblichkeitsrate nach sich ziehen, als wesentliches Indiz für die krankhafte Veränderung des Knochenstoffwechsels, die sich mit einer so genannten DXA-Messung eindeutig feststellen lässt.

Bei der Behandlung sind ähnliche Defizite zu verzeichnen: So erhielten selbst Patienten in Rehabilitationskliniken, bei denen bereits der Verdacht auf eine Osteoporose vorlag, im Vorfeld keine zeitgemäße Therapie, wie zum Beispiel einem Bisphosphonat - wie dem Wirkstoff Alendronat (Fosamax) - in Kombination mit Calcium und Vitamin D. Auch nach der Entlassung wurden nur rund 20 Prozent der Patienten aus Rehabilitationskliniken und etwa sechs Prozent der Patienten aus Akutkliniken adäquat therapiert. Und das, obwohl sich mit Bisphosphonaten der weitere Substanzverlust der Knochen nachweislich aufhalten lässt. Zahlreiche klinische Studien belegen, dass beispielsweise Alendronat die Knochendichte bereits nach drei Monaten wieder erhöhte und das Risiko von Knochenbrüchen innerhalb eines Jahres um bis zu 50 Prozent senkte.

Mit dem Verweis auf nicht ausgeschöpfte Therapiechancen schlagen Experten nun Alarm: Osteoporose sei fast im gleichen Maße lebensgefährlich wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen - aber deutlich schmerzhafter. Die Folgekosten der unterschätzten Volkskrankheit werden mit vier bis sechs Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Diese Gelder könnten nach Ansicht der Fachleute mit der deutlich günstigeren wirkungsvollen Osteoporose-Therapie eingespart werden.


www.msd.de





 
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